Ankommen in vier Schritten
Wir folgen dem Berliner Eingewöhnungsmodell – angepasst an das Kind, nicht an den Kalender.
Grundphase (3 Tage)
Ein Elternteil bleibt immer dabei. Kurze Besuche von 1–2 Stunden. Das Kind erkundet die neue Umgebung auf eigene Initiative – kein Drängen, kein Forcieren.
Erster Trennungsversuch (ab Tag 4)
Eine kurze Trennung von 20–30 Minuten. Das Elternteil bleibt im Haus erreichbar. Wie das Kind reagiert, bestimmt das Tempo der nächsten Schritte.
Stabilisierungsphase
Die Erzieherin übernimmt schrittweise die Bezugsperson-Rolle. Trennungszeiten werden langsam ausgedehnt, je nach Wohlbefinden des Kindes.
Schlussphase
Das Kind ist angekommen. Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn es sich von der Erzieherin trösten lässt und sich wohl und sicher fühlt.
Tagesablauf
Ein strukturierter, aber flexibler Tag – mit wenigen, verlässlichen Ritualen als Orientierungspunkte.
Bildungsbereiche
Selbsttätigkeit ist unser Leitbild: Die Kinder wählen frei, womit sie sich beschäftigen. Die Raumgestaltung und Materialauswahl regen zum entdeckenden Lernen an – ohne viele Instruktionen.
Konstruieren & Bauen
Bauraum mit vielältigem Material für freies Konstruieren und Rollenspiel
Kreativität & Kunst
Im Atelier ist Kreativität nicht durch Sorge um Farbspuren eingeschränkt
Bewegung
Bewegungsraum innen und großer Garten mit Klettern, Schaukeln, Matschen
Natur & Forschung
Der Garten mit Spielhäusern, Obst- und Sträuchern als Forschungsfeld
Zwei Gruppen, eine Familie
12 kleine Kinder erkunden gemeinsam die Welt. In überschaubarer Runde, mit viel Körpernähe, klaren Ritualen und einer ruhigen, sicheren Atmosphäre – so gelingt der erste große Schritt außer Haus.
26 Kinder, die forschen, bauen, malen, streiten und Freundschaften schließen. Die Spatzen-Gruppe ist ihr Atelier, ihre Werkstatt, ihr Forschungslabor – und ihr zweites Zuhause.
Raum für alles, was zählt
Jeder Raum ist ein Angebot. Die Kinder entscheiden selbst, wo und womit sie sich beschäftigen.
Jede Gruppe hat drei eigene Räume. Dazu kommen Restaurant und Garderobe, die beide Gruppen gemeinsam nutzen.
Ernährung
Das Mittagessen wird täglich frisch in unserer eigenen Küche zubereitet. Beide Gruppen essen gemeinsam im Restaurant – feste Mahlzeiten als Ritual geben den Kindern Struktur und Gemeinschaft.
Qualitätsstandards
Von 2007 bis 2026 wurde das Kinderhaus Osteresch durch das SOAL-Qualitätsverfahren begleitet und alle zwei Jahre nachzertifiziert. Ab 2026 arbeitet das Team mit dem Nationalen Kriterienkatalog – der sich, ebenso wie die SoalQE, mit Selbstevaluation und kontinuierlicher Weiterentwicklung beschäftigt.
Literatur
Eine Auswahl an Literatur, die unsere pädagogische Arbeit begleitet und inspiriert.
Gerald Hüther
„Nicht Probleme kompensieren, sondern Entwicklung aktivieren."
Maria Montessori
„Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren."
Berliner Eingewöhnungsmodell
Infans / Laewen, Andres, Hédervári-Heller